NUTS: August 2001  
















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SERIE: INTERESSANTE BERUFE VON A - Z markus&volker: 2001-07-15

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Hiermit beginnt unsere "kleine" Serie, die sich um das Thema "Nicht ganz alltägliche Berufe" dreht. Jeden Monat gibt es zu einem Buchstaben ein passendes Berufsbild.
Den Anfang macht das gute A.



wie Anstaltsleiter
Diesmal haben wir den Anstaltsleiter von der Justizvollzugsanstalt in Bruchsal besucht. Unser offener Gesprächspartner war Hr. Müller.


!MARCS:
Was ist die politisch korrekte Bezeichnung für ihren Beruf? z.B. Dipl.- Betriebswirt?
Herr Müller:
Nein; ganz einfach Anstaltsleiter.
!MARCS:
Haben sie einen akademischen Titel?
Herr Müller:
Ähmm; nö.
!MARCS:
Was für einen Abschluss haben sie?
Herr Müller:
Jurist mit 2. Staatsexamen.
!MARCS:
Was sind ihre Aufgaben?
Herr Müller:
Ich bin verantwortlich für den Vollzug; d.h. für sämtliche Gefangene,für das Personal und für die Verwaltung. Außerdem führe ich noch die Unternehmen, die unsere Anstalt beinhaltet (wie z.B.: Buchbinderei, Druckerei, Elektrolehrwerkstatt, usw.).
!MARCS:
Was gefällt ihnen an ihrem Beruf?
Herr Müller:
Dass ich jeden Tag ins Geschäft gehe, ohne dass ich weiss, was passiert.
!MARCS:
Wie sind sie zu diesem Beruf gekommen?
Herr Müller:
Das war Zufall. Ich habe ursprünglich Jura studiert und war Jurist bei der Staatsanwaltschaft. 1991 sollte ich für ein Jahr in den Vollzugsdienst gehen. Doch das ist dann irgendwie doch mehr geworden.
!MARCS:
Wie lange üben sie schon ihren Beruf aus?
Herr Müller:
Wie schon gesagt bin ich 1991 in den Vollzugsdienst gekommen. 1993 wurde ich Anstaltsleiter in Torgau in Sachsen. 1996 bin ich nach Ulm versetzt worden. Und nun bin ich seit November letzen Jahres hier in Bruchsal.
!MARCS:
Wie würden sie kurz und prägnant ihren Berfusalltag beschreiben?
Herr Müller:
Abwechslungsreich. Das unterschiedliche Denken der Mitarbeiter bzw. Insaßen macht alles zu einer sehr interessanten Herausforderung. Es ist nicht gerade einfach interdisziplinäre Arbeiten aufrecht zu erhalten.
!MARCS:
Wie sind ihre Arbeitszeiten?
Herr Müller:
Eigentlich habe ich keine festen Arbeitszeiten. Ich bin so ab 9 Uhr hier in meinem Büro und bleibe dann so lange hier, bis die Arbeit erledigt ist (i.d.R bis 17 bzw. 18 Uhr)
!MARCS:
Was sind ihre Aufstiegschancen?
Herr Müller:
Hmm; da gibt es für mich eigentlich keine relevanten Aufstiegsmöglichkeiten mehr. Wenn sie so wollen bin ich hier ein kleiner König in seinem Reich.
!MARCS:
Ist das ihr Traumberuf gewesen und ist er das immernoch?
Herr Müller:
Das ist schwierig zu beantworten. Ich wusste bis zu dem Angebot in dem Vollzugsdienst zu arbeiten gar nicht, dass es diesen Beruf überhaupt gibt. Aber er macht immernoch rießen Spaß.
!MARCS:
Was wäre ein Alternativberuf für sie?
Herr Müller:
Vielleicht bei der Staatsanwaltschaft oder beim Gericht.
!MARCS:
Warum?
Herr Müller:
Da soll ein ruhigeres Arbeitsklima herrschen.
!MARCS:
Was für einen Beruf haben sie erlernt?
Herr Müller:
Jurist
!MARCS:
Warum haben sie diesen Beruf nicht weiter ausgeübt?
Herr Müller:
Ich packte damals die Möglichkeit am Schopfe und machte mir den schon geschilderten Zufall zu Nutze. Und voilà; hier bin ich.
!MARCS:
Was würden sie an ihrem Beruf ändern, wenn sie dazu in der Lage wären?
Herr Müller:
Ich würde mich für mehr Unabhängigkeit einsetzten. Momentan ist es so, dass das Ministerium alle Beschlüsse bzgl. der Anstalt faßt. Ohne diese Bürokratie könnte eine größere Unabhängigkeit entstehen. Durch diese Institute werden die Ideen gebremst. Ideal wäre es, wenn jede Anstalt ein bestimmtes Budget hätte.
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