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SERIE: IN MY EYES (WDH) nadja: 2000-10-26

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Vorbild: ein Bild, das ich immer vor Augen habe... das Bild einer anderen Person, oder mein Bild? Wen sehe ich?


Vorbilder - Wie wichtig sind sie?
Vorbild: ein Bild, das ich immer vor Augen habe... das Bild einer anderen Person, oder mein Bild? Wen sehe ich?

Sich mit dem Thema Vorbilder auseinander zu setzen finde ich nicht sehr leicht. Ich meine, wer oder was ist schon ein Vorbild? Wenn wir geboren werden sind wir noch ganz, ich will mal sagen, leer. Wir haben schon Gefühle und Bedürfnisse, aber wir können uns nicht ausdrücken, haben noch keine Ziele, wissen weder woher wir kommen, noch wohin wir gehen. Wir wachsen und lernen. Wir lernen das Leben, indem wir bei anderen abgucken. Die Sprache der anderen wird unsere Sprache, das Verhalten der anderen wird unser Verhalten, so werden wir größer und größer und entwickeln unser Ich indem wir das Ich anderer kopieren. Für einen Säugling und Kleinkinder, sind die Eltern das Vorbild. Das ist natürlich und in Ordnung. Aber wann kommt der Punkt, an dem wir aufhören unsere Eltern zu imitieren? Wann haben wir genug gelernt, um wir selbst zu sein? Bereits im Kindergarten, in der Grundschule und in der Teeniephase setzen wir andere Vorbilder an die Stelle, an der die ersten Jahre unsere Eltern standen... Meistens sind diese Vorbilder Sportler, Schauspieler, Sänger oder andere Helden, bzw. irreale Figuren. Diese Personen sind in der Regel nicht nur Vorbilder, sonder auch "Idealbilder." Schön, reich, talentiert, durchtrainiert, was auch immer die jeweilige Person auszeichnet. Doch wieso bewundern wir immer diese "perfekten" Menschen. Wenn wir das imitieren wollen, heißt das dann nicht, dass wir nicht zufrieden sein können, mit dem was wir haben? Das wir uns selbst noch nicht akzeptiert haben? Das wir garnicht wirklich wissen wer wir sind und was wir wollen? Wieso befinden wir uns immer wieder in Identitätskrisen, die uns anfällig für falsch Ideologien und Lebensweisen machen? Ich weiß es nicht. Ich kann mir nur vorstellen , dass das ein gesellschaftliches Problem ist. Die Gesellschaft und unser jeweiliges Umfeld sind uns gleichzeitig Problem und Lösung. Nicht eine Person, sondern die Gesellschaft stellt die mehr oder weniger guten Regeln auf. Der allgemeine Trend beeinflußt unser Ich massiv. Wer akzeptiert sein will, muß sich anpassen und die Anpassungskriterien sind sehr oberflächlich. Aussehen, Geld, Statussymbole... wer mithalten will hat ganz schön Arbeit. Und ändert sich der Trend, hetzt man hinterher. Man will also dem Vorbild "Gesellschaft" imponieren, Stars und ähnliche Personen des öffentlichen Lebens sind nur Vertreter einer gefühlsmäßig immer ärmeren Gesellschaft. Aber es müssen nicht mal berühmte Personen sein, die es schaffen unser Vorbild zu werden, es kann auch ein Bekannter, Verwandter oder Freund sein, aber es wird immer jemand sein, der in unseren Augen bessere Eigenschaften besitzt, als wir selbst. Ich denke es ist normal, dass man im Laufe seines Lebens immer wieder auf Personen trifft, die einem viel bedeuten, die man bewundert und am liebsten imitieren möchte. Doch die Gefahr, die davon ausgeht sich jedem Trend und der Gesellschaft anzupassen, sollte man nicht unterschätzen. Wer sich bis zur Unkenntlichkeit anpasst, existiert nicht mehr. Es muß also unser höchstes und eigentlich einziges Ziel sein, zu uns selbst zu finden. Mag sein, dass wir dazu Vorbilder zum Vergleich und um zu wachsen benötigen, aber wir müssen in erster Linie damit anfangen nach unseren Werten zu streben, nicht nach gesellschaftlichen. Wir müssen das Individuum das wir sind in den Vordergrund stellen, uns von der Meinung anderer distanzieren und vor allem weniger Wert auf die Maßstäbe der Gesellschaft, die viel zu hoch sind, ansonsten wäre ja jeder reich, erfolgreich und schön, legen. Ein Vorbild kann uns helfen, zu uns selbst zu finden, aber wir dürfen nie versuchen die farblose Kopie einer anderen Person zu sein.

Nadja



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