JAM: August 2003  
















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MUSIKTIPP: THE POGUES mohan: 2003-07-31

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Folk Rock oder Folk Punk mit irischen Elementen wäre ohne eine Band unvorstellbar, die Pogues. Sie waren die ersten, die den irschen Folk mit der frischen Energie des Punk vermischten.


Die Pogues waren die Ersten, die Irish Folk aus der Ecke der traditionellen Folk Music herausholten und irische Volkslieder auch für jüngeres Publikum interessant machten. Viele der Mitglieder der Pogues kamen aus der Punkbewegung und spielten in verschiedenen Bands. Die meisten kannten sich schon vor den Pogues. Als Shane MacGowan und Jem Finer die Idee einer von den Dubliners beeinflussten Punkband hatten, waren schnell geeignte Mitstreiter gefunden. Ein Problem hatte die Band allerdings. Kurz vor ihrem ersten Liveauftritt am 4. Oktober 1982 hatte sie noch keinen Namen. Im Raum standen "The Men They Couldn't Hang", "The Noisy Boysies" und "Pogue Mahone" (abgeleitet vom gälischen Pogue Ma Chone, was soviel heißt wie "leck mich am ....").

Mit ihrer eigenwilligen Mischung aus irischen Folktraditionen, Country, Rockabilly und Punk erspielten sie sich rasch einen Kultstatus. Auf dem Bandeigenen Label erschien ihre erste Single. Doch als die prüde BBC dahinter kam, was der Name der Band bedeutete, deren Musik sie gerade spielte, kam die Platte auf den Index. Die Band entschärfte ihren Namen, in dem sie in ihn auf Pogues verkürzte.

Spektakulär waren auch die Alkoholeskapaden ihre Sängers Shane MacGowan, dessen rauchige Stimme das Markenzeichen der Pogues war. Als die Probleme überhand nahmen trennte sich die Gruppe 1991 von ihrem Sänger. Viele glaubten jetzt schon an das Ende der Pogues, hatte doch der charismatische Shane MacGowan die meisten Lieder geschrieben. Doch es ging weiter, die Band spielte bis zu ihrer Auflösung 1996 noch zwei Platten ein. Sie bewiesen, dass die Pogues auch ohne Shane MacGowan nichts von ihrer Energie eingebüßt hatten.

Auch musikalisch erweiteren sie ihr Spektrum. War es zunächst hauptsächlich traditionelle irische Volkslieder und dazu passende Eigenkompostionen, so nahmen sie auch Elemente orientalischer und mexikanischer Musik auf. Bei den Texten wandelten sie sich von Trinkliedern zu anspruchsvolleren, manchmal auch nachdenklichen Texten.

In erster Linie waren die Pogues aber eine Liveband, die oft tourte. Live kam die Musik am besten rüber. Die Konzerte waren meist ausgelassene Parties, was sicher nicht nur auf den Alkoholkonsum einiger Fans, sondern einfach auch auf die Musik zurückzuführen war. Irischer Folk ist eben ideale Partymusik und auf Platte eben nur halb so gut wie live auf der Bühne.

Im Laufe ihres Bestehens spielten die Pogues acht Platten ein:
Red roses for me (1984) Rum, sodomy and the lash (1985)
If I should fall from grace with God (1988)
Peace and love (1989)
Hell's ditch (1990)
Waiting for herb (1993)
Pogue mahone (1995)

Wer die Pogues noch nicht kennt und jetzt neugierig geworden ist, dem empfehle ich als Einstieg die Sampler "The best of the Pogues" und "The rest of the best".


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