!MARCS young electronic magazine
AUSGABE: Juni 2005


Rubrik: JAM

REPORTAGE: Tri Yann live in Speyer

Die bretonische Folkrocklegende spielte am 6. Mai in der Stadthalle in Speyer auf. Sie entführten die Zuschauer für etwa zwei Stunden in die Welt der Bretagne.


Die bretonische Legende Tri Yann spielte in Speyer. Da sie dies recht selten tut, hieß es also nichts wie hin. Sie sind in Frankreich sehr populär, in Paris spielen sie schon einmal vor 20.000 begeisterten Fans. Nun spielten sie also in meiner Heimatstadt Speyer. Ganz so viele Fans wie in Paris sind dann doch nicht erschienen. Doch die Stadthalle war recht gut gefüllt und ich schätze mal, dass so etwas 1.000 Fans anwesend waren.

Das Vorprogramm bestritt eine Sängerin aus der Region, die am Klavier begleitet wurde. Sie sang französische und deutsche Chansons. Leider habe ich mir ihren Namen nicht gemerkt. Tortz dass die meisten nur wegen Tri Yann da waren, schaffte sie es dennoch etwas Begeisterung für sich zu gewinnen. Gut sie spielte nicht unbedingt meine Musik, aber trotzdem konnte ich sie mir anhören.

Danach betraten Tri Yann die Bühne. Kurz einige Sätze zur Band. Seit fast 35 Jahren immer Topaktuell, immer den Salzgeschmack im Mund gemischt mit bretonischem Whisky und Calvados, ein Fest Noz, für jeden Zuhörer unvergesslich. Die mittlerweile acht Mitglieder von Tri Yann beherrschen alle ihre Instrument und sind exzellente Solisten. Das Besondere ihrer Musik sind die choralen Gesangsparts in Verbindung von mittelalterlichen, keltischen Blas-, Streich-, und Zupfinstrumenten mit dem knallharten Sound der Rockmusik. Ihre Musik und Ihre Texte werden inspiriert von traditioneller bretonischer Musik.

Genauso war das Konzert, eine Mischung aus schnellen rockigen Liedern und ruhigeren fast epischen Balladen. Zu Beginn traten die Musiker in mittelalterlichen Kostümen als Seemann, Soldat oder Fanstasiefigur (Vogel) auf. Im Laufe des Konzerts legten sie einige Kleidungsstücke ab, so dass sie am Schluss meist in Hemd und Hose auf der Bühne standen. Die Musik setzte sich sofort im Gehörgang fest und man konnte sich im gedanken gut in die Bretagne versetzen. Die Ansagen waren in französisch, das ich mit meinen wenigen Kenntnissen doch gut verstand. Sie wurden aber auch in einer deutschen Zusammenfassung vorgetragen. Alles in allem war das Gastspiel von Tri Yann ein gelungener Abend mit bretonischer Musik. Die Musiker schafften es mühelos, das Publikum zu kochen zu bringen. Sie ließen sich zum Schluss sogar zu einer akustischen Extrazugabe überreden. A capella sangen sie eines ihrer Lieder. Danach war Schluss, das Saallicht ging an. Zurück blieb ein restlos begeistertes Publikum.

Wer nicht selbst dabei sein konnte, für den habe ich noch einen Link aufgetrieben mit Bildern vom Konzert:

www.ankou.de/musik/triyann/triyannconcert.html

Autor: mohan
Erstellt am: 2005-05-10